8.5.2026 Otto Schrittwieser
Deutschland: Dienstleistungssektor stürzt ab
Der aktuelle Einkaufsmanagerindex zeigt eine deutliche Eintrübung der Wirtschaft.
Besonders der Dienstleistungssektor bricht stark ein, während die Industrie zwar noch wächst – aber deutlich langsamer.
𝐃𝐞𝐮𝐭𝐬𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐝 – 𝐏𝐌𝐈 (𝐀𝐩𝐫𝐢𝐥 𝟐𝟎𝟐𝟔)
Besonders wichtig ist der sogenannte Composite-PMI, der Industrie und Dienstleistungen zusammenfasst. Dieser fiel von 51,9 Punkten im März auf 48,3 bzw. final 48,4 Punkte im April 2026. Damit rutschte die deutsche Wirtschaft erstmals seit fast einem Jahr wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten – ein Zeichen für wirtschaftliche Schrumpfung.
🔹 𝗖𝗼𝗺𝗽𝗼𝘀𝗶𝘁𝗲 𝗣𝗠𝗜
➡️ 48,4 Punkte (März: 51,9)
➡️ Erstmals seit knapp einem Jahr wieder unter 50
➡️ Wirtschaft schrumpft
🔹 𝗗𝗶𝗲𝗻𝘀𝘁𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻
➡️ 46,9 Punkte
➡️ Stärkste Schrumpfung seit über 3 Jahren
🔹 𝗜𝗻𝗱𝘂𝘀𝘁𝗿𝗶𝗲
➡️ 51,4 Punkte
➡️ Noch Wachstum – aber deutlich schwächer
➡️ Schwächere Nachfrage
➡️ Lieferkettenprobleme durch Nahostkonflikt
⚠️ 𝗣𝗿𝗲𝗶𝘀𝗲 & 𝗠𝗮𝗿𝗴𝗲𝗻
➡️ Stärkster Anstieg der Verkaufs- und Angebotspreise seit über 3 Jahren
➡️ Unternehmen geraten zunehmend unter Margendruck
➡️ Kombination aus schwacher Nachfrage und hohen Kosten belastet die Wirtschaft
⚠️ Gleichzeitig steigen die Einkaufspreise so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr.
👉 Die deutsche Wirtschaft ist im April erstmals seit knapp einem Jahr wieder in den rezessiven Bereich gerutscht. Wie die aktuelle Vorabschätzung von S&P Global weiter zeigt, hinterließ die Nachfrageabschwächung in den Orderbüchern der Unternehmen das höchste Minus seit Dezember 2024. Gleichzeitig sorgte der höhere Kostendruck für den stärksten Anstieg der Verkaufs- bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen seit über drei Jahren. Die Kombination aus sinkender Nachfrage und steigenden Kosten erhöht den Druck auf Unternehmen massiv.
𝐎̈𝐬𝐭𝐞𝐫𝐫𝐞𝐢𝐜𝐡 – 𝐄𝐌𝐈 (𝐀𝐩𝐫𝐢𝐥 𝟐𝟎𝟐𝟔)
🔹 EMI: 51,2 Punkte
➡️ Weiter knapp im Wachstumsbereich
🔹 Weniger Neugeschäft
➡️ Jobabbau beschleunigt sich wieder
🔹 Einkaufspreise steigen massiv
➡️ Höchster Kostendruck seit 3,5 Jahren
➡️ Rohstoffknappheit
➡️ Verlängerte Lieferzeiten
🎯 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭:
Im April stiegen die Einkaufspreise erneut stark an. Der entsprechende Index kletterte auf 77,4 Punkte, den höchsten Wert seit dreieinhalb Jahren. Die Hauptursachen waren die Lieferstörungen durch die Blockade der Straße von Hormu.
Das Verhältnis zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen erreichte abgesehen vom Vormonat den ungünstigsten Stand seit fünf Jahren.
Deutschland zeigt erstmals seit Monaten wieder klare Rezessionstendenzen.
Österreich hält sich noch über der 50er-Marke – doch Unsicherheit, Kostendruck und Margenprobleme nehmen deutlich zu.








































